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Mitte, Berlin

Gereon Krebber

Lagelagelage

Alexander Levy

15 November – 21 December 2024

[Please scroll down for German version / Für Deutsch bitte scrollen Sie nach unten] The gallery Alexander Levy is pleased to present the exhibition Lagelagelage by Gereon Krebber. Lagelagelage picks up on the well-known real estate slogan, location location location, in order to encapsulate Krebber's fascination with the tension between stable construction and delicate fragility. The works reference large cities characterized by construction projects and real estate speculation which present our societies with social segregation and exclusion amid a globalized landscape. Our urban environment is built on geometric and symmetric construction materials - structures that are disrupted and have their symmetry dissolved in the exhibition. Lagelagelage consciously plays with imagery of situations of upheaval, precarious phases and disintegrating structures, as they often appear in an urban context. The sculptures made of ceramics, polyurethane, concrete and metal are evocative of defamiliarized versions of furniture: whether shelf or playground scaffolding, bathtub or electrical switch box - the utilitarian objects are removed from their initial purpose and have taken on a life of their own. The exhibition combines individual work groups that engender an impression of an abstract, chaotic cityscape in the gallery. The state between stability and fragility becomes tangible here - the tension between monumental buildings and the precarious reality of urban living space. On entering, visitors encounter a bathtub in tones of white made of construction foam that overflows along the edges while at the same time showing a gaping opening in the middle - roughly cut out like an improvised theater prop. Bonus (Disrupted) is a sculpture from 2008 Krebber has reworked. The fluffy, uniform foam bath has become a cratered landscape, the soft material appears petrified. The Dupperbox, a sculpture made of glazed ceramic, stands on the edge of a concrete plinth, its position is unstable. The fragile sculpture at rist of falling and shattering. The moment of tipping seems frozen and makes the impending imbalance tangible. The gray steel frame What if we were wrong is reminiscent of a structure for a shelf, a scaffolding frame of a defunct playground or a dilapidated building: crooked, broken and devoid of all form except for a few remnants such as a swollen rag and a concrete weight. A bronze- colored object is suspended in the structure like a crystal moon, instilling a sense of expectation that construction will one day resume. The work evokes melancholy, reminiscent of projects in major cities that are started but forgotten for years - delicate, fragmentary and abandoned. Behind it is a minuscule orange glimmer of hope - Früchtchenblock is a rather small ceramic work building a bridge to the adjacent exhibition “Miniatures” by Friedrich Einhoff and Max Neumann. Hanging on the walls are works from the Kompartimento series, which look like scaled pieces of rubble. They are artificial fragments modeled using ceramics with a strictly rectangular, uniform structure, symbols of modern architecture. Deliberately broken and deformed, they appear partially destroyed. The fragments are arranged horizontally like hanging trophies or evidence of urban architecture. They are covered with luminous glazes which seem to flow over the fragments just like saliva or fruit jelly, contrasting with the austere formal elements. The sculpture Jengo refers to the well-known game with towers made of wooden sticks: an oversized wobbly pile of charred pieces of wood stands on a round plinth, and although this foundation provides it with a stable base, it nevertheless remains fragile. If one too many piece is taken out, the tower will collapse. The magnified, charred version of the game evokes the temporary, precarious nature of urban constructions. In the back room, we encounter the installation Curlyburly: numerous shell-like bodies of glazed ceramic lay on the floor, bulging with worm-like shapes and threatening to brim over. A linear structure of aluminum square tubes with bump-like rivets runs through the work and separates the group. Krebber creates sculptural momentary images without giving them a complete interpretation or concretization. The meaning only emerges in dialog with the viewers, as they introduce their experiences and associations and thereby impart an additional, intimate dimension to the works. The sculptures question the construction principles of our urban environment, unsettle them and make room for transformation and deformation. It is a play on the fragility and transience of materiality, reflecting not only the external forms but also the internal structures of our society. ***** Die Galerie Alexander Levy freut sich, unter dem Titel „Lagelagelage“ neue Arbeiten von Gereon Krebber zu präsentieren. „Lagelagelage“ greift das bekannte Immobilienmotto auf, um Krebbers Faszination für die Spannung zwischen stabiler Konstruktion und brüchiger Fragilität auf den Punkt zu bringen. Die Werke verweisen auf eine Zeit, in der Großstädte von Bauprojekten und Immobilienspekulationen geprägt sind, die unsere Gesellschaften in der globalisierten Realität mit sozialer Trennung und Exklusion konfrontieren. Unsere urbane Umwelt ist aus geometrischen und symmetrischen Konstruktionsmaterialien erbaut – Strukturen, die in der Ausstellung ins Wanken gebracht und ihre Symmetrie aufgelöst wird. Die Ausstellung spielt bewusst mit Bildern für Umbruchssituationen, prekäre Phasen und zerfallene Strukturen, wie sie im urbanen Kontext oft zutage treten. Die Skulpturen aus Keramik, Polyurethan, Beton und Metall erinnern an verfremdete Versionen von Mobiliar: Ob Regal oder Spielgerüst, Wanne oder Schaltkasten – die Gebrauchsobjekte sind dem eigentlichen Zweck enthoben und haben ein Eigenleben begonnen. Die Ausstellung vereint einzelne Werkkomplexe zu einem Gesamtbild, das den Galerieraum in eine abstrakte, chaotische Stadtszenerie verwandelt. Hier wird der Zustand zwischen Stabilität und Fragilität spürbar – die Spannung zwischen monumentalen Bauten und der prekären Realität urbanen Wohnraums. Im Eingangsbereich treffen Besuchende auf eine weißliche Wanne aus Bauschaum, die überquellend an den Rändern herunterläuft und zugleich in der Mitte ein klaffendes Loch zeigt – grob herausgeschnitten wie eine improvisierte Theaterrequisite. ‚Bonus (Disrupted)‘ ist ein Werk von 2008, das Krebber überarbeitet hat. Aus dem flockigen, einheitlichen Schaumbad ist eine Kraterlandschaft geworden, das weiche Material scheint versteinert. Die „Dupperbox“, eine Skulptur aus glasierter Keramik, steht auf der Kante eines Betonsockels. Die Position ist unsicher, ein stabiler Stand nicht mehr gegeben. Die fragile Skulptur droht herunterzustürzen und zu zerbrechen. Der Kippmoment wirkt wie eingefroren und lässt die bedrohte Balance plastisch greifbar werden. Das graue Stahlgestell „What if we were wrong“ erinnert an ein skelettiertes Regal, ein Klettergerüst auf einem stillgelegten Spielplatz oder ein dysfunktionales Bauwerk: windschief, kaputt und leer bis auf einige Überbleibsel wie einen aufgequollenen Lappen und ein Betongewicht. Ein bronzefarbenes Objekt hängt wie ein kristalliner Mond in der Struktur und weckt die Hoffnung, dass der Bau eines Tages doch noch fortgesetzt wird. Die Arbeit lässt einen melancholisch zurück und erinnert an Projekte in Großstädten, die begonnen, dann aber für Jahre vernachlässigt wurden - fragil, fragmentarisch und vergessen. Dahinter ein winziger oranger Lichtblick – „Früchtchenblock“ ist eine überraschend kleine Arbeit aus Keramik, die die Brücke zur angrenzenden Ausstellung „Miniaturen“ von Friedrich Einhoff und Max Neumann schlägt. An den Wänden hängen Arbeiten aus der Serie „Kompartimento“, die wie verkleinerte Trümmerstücke wirken. Es sind aus Keramik modellierte, künstliche Fragmente mit einer streng rechtwinkligen, regelmäßigen Struktur, wie sie symbolisch für moderne Architektur steht. Bewusst durchbrochen und verformt, wirken sie partiell zerstört. Die Bruchstücke hängen horizontal ausgerichtet wie Trophäen oder Zeugnisse urbaner Architektur. Sie sind überzogen mit leuchtender Glasur, die wie Speichel oder Fruchtgelee über die Bruchstücke zu fließen scheinen und einen merkwürdigen Kontrast zur strengen Formensprache setzen. Die Skulptur „Jengo“ verweist auf das bekannte Spiel mit Türmen aus Holzstäben: Ein wackeliger Stapel verkohlter Holzstücke, der in überlebensgroßem Maßstab auf einem runden Sockel steht, erhält durch dieses Fundament zwar einen stabilen Grund, aber der Stand bleibt fragil. Würde ein Stück zuviel gezogen, bricht der Turm zusammen. Diese vergrößerte, angekokelte Version des Spiels erinnert an die temporäre, unsichere Beschaffenheit urbaner Konstruktionen. Im hinteren Raum begegnen wir der Installation „Curlyburly“: Auf dem Boden liegen zahlreiche muschelartige Schalenkörper aus glasierter Keramik, die mit wurmartigen Gebilden prall gefüllt sind und überzuquellen drohen. Ein geradliniges Gefüge aus Aluvierkantrohren mit pockenartigen Nieten zieht sich durch die Arbeit und trennt die Gruppe. Krebber erschafft skulpturale Momentaufnahmen, ohne sie vollständig zu deuten oder zu konkretisieren. Die Bedeutung entsteht erst im Dialog mit den Betrachtenden, die ihre eigenen Erfahrungen und Assoziationen in die Arbeiten einbringen und ihnen dadurch eine zusätzliche, persönliche Dimension verleihen. Die Skulpturen reiben sich an den Konstruktionsprinzipien unserer urbanen Umwelt, bringen sie ins Wanken und lassen Raum für Transformation und Deformation. Es ist ein Spiel mit der Fragilität und Vergänglichkeit des Materials, das nicht nur die äußeren Formen, sondern auch die inneren Strukturen unserer Gesellschaft reflektiert.

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Alt-Moabit 110

Berlin, NY

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