Mitte, Berlin
Cressida Campbell & Tim Storrier
Difficult Pleasures
Contemporary Fine ArtsContemporary Fine Arts freut sich, die Ausstellung „Difficult Pleasures“ mit Werken von Cressida Campbell (*1960, Sydney) und Tim Storrier (*1949, Sydney) anzukündigen. Die Idee für die Ausstellung hatte der in Sydney lebende Kunstsammler Steven Nasteski, der in den letzten Jahren eine beachtliche Sammlung internationaler Kunst zusammengetragen hat. Wie bei fast jeder Sammlung lag aber deren Initialzündung in der Begegnung mit der zeitgenössischen Kunst seines Heimatlandes. Mit Cressida Campbell und Tim Storrier fiel die Wahl auf zwei Künstler, die auf dem australischen Kontinent eine gefeierte, prominente Position einnehmen, dort mit musealen Ausstellungen und Preisen geehrt wurden, einem internationalen Publikum außerhalb des Commonwealth jedoch noch überwiegend unbekannt sind. Cressida Campbells Werke sind Gemälde auf Holztafeln, die sie wie einen Druckstock präpariert: Auf einem Stück Sperrholz fertigt sie zunächst mit feinen Linien eine Zeichnung an. „Wenn die Zeichnung falsch ist, dann ist alles falsch“, sagt sie, daher ist dieser Teil des Prozesses der zeitaufwändigste. Anschließend schnitzt sie jede einzelne Linie mit einem kleinen Messer aus dem Holz heraus und bemalt es mit Wasserfarben. Nach mehreren Farbschichten besprüht sie das Bild mit Wasser und nimmt einen Abdruck davon. Das Ergebnis ist der bemalte Holzblock sowie ein spiegelverkehrter Unikatdruck auf Papier. Zeigten Cressida Campbells frühere Bilder noch Landschaften und Straßenszenen, wird ihr Blick seit Jahren zunehmend intimer und beschränkt sich fast ausschließlich auf häusliche Interieurs und Stillleben. Dabei gehen sie in ihrer Naturalistik doch über die bloße Darstellung des Beobachteten hinaus und haben durch ihre Kunstfertigkeit mehr mit japanischen Ukiyo-e Drucken als mit westlichem Realismus gemein. Ihre Arbeiten widmen sich dem „Material“ des Alltäglichen, nicht den großen klassischen Themen. Campbells Werke bestechen durch die Art ihrer Entstehung und ihre Zeitlosigkeit und stehen für eine Kunst, die dem heutigen ständigen Verlangen nach Bedeutung und „Message“ trotzt und das Wissen der Welt auch in einem Blumenstillleben zu entdecken vermag. Tim Storriers Landschaften hingegen sind symbolisch und emotional aufgeladen, zeigen die Wild- und Kompromisslosigkeit der australischen Natur und dienen als Kulisse für das dramatische Zusammenspiel von Symbolen und Ideen, Kultur und Natur. Während Campbells Ansichten auf die sie umgebenden Dinge tendenziell introvertierter Natur sind, richtet Storrier seinen Blick in die Weite und die „dahinter“ liegenden Dinge. Der nächtliche Sternenhimmel über der weiten, leeren Landschaft birgt Storriers Erinnerungen an seine Kindheit im australischen Outback und die Abende mit seinem Vater am Feuer. Die Landschaft dient bei Storrier. Der leuchtende Himmel des australischen Südens, der undurchdringlich scheinende, grüne Ozean sind wie die Feuerstreifen und brennenden Horizonte seit den frühen Achtzigern charakteristische Elemente seiner Bilder. Storrier‘s Werke befinden sich u.a. in den Sammlungen des Metropolitan Museum of Art, New York, der National Gallery of Victoria, Melbourne und der Art Gallery of New South Wales, Sydney.
