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Mitte, Berlin

Michel Majerus, Christopher Wool, Andy Warhol

“Cold Beer” the “Smudge Tool” and Other Short Stories

Michel Majerus Estate

9 April 2019 – 8 March 2020

[Please scroll down for German version / Für Deutsch bitte scrollen Sie nach unten] We are delighted to present Majerus, Wool, Warhol “Cold Beer” the “Smudge Tool” and Other Short Stories, curated by Peter Pakesch. An exhibition charting the rich artistic exchanges shared by Michel Majerus (1967–2002), Christopher Wool (b. 1955) and Andy Warhol (1928–1987), it is led by the personal recollections of Wool, notes made by Majerus and extensive research. Artworks are brought together that exemplify the creative and mutually influential friendship between Wool and Majerus, as well as their shared admiration of Warhol. Inevitably, becoming a painter is a journey accompanied by the paintings and images of one’s forerunners. Every image has its precedent and everything new, on some level, seeks to make sense of and revise what has already been seen. In contemporary and modern art, this process was accelerated by the technological advent of photography, film and the vast possibilities of digital circulation. In the 1980s Andy Warhol came into focus for a generation proceeding him. His work was able to close the gap between the affirmatory sloganism of Pop Art and the critical positions of conceptual art. As seen in his Brillo Boxes, Flowers and Disaster Paintings, Warhol understood with prescience the ever-encroaching power of images, their repetition, revision, distribution and syndication. In this cultural matrix, in the 1980s, Christopher Wool was developing his work in an environment fascinated by media, particularly film, music and photography, and the functionality of objects. He adopted simple mechanical processes to make fundamental statements about the latest media, such as applying paint to the hyper, reflective and industrial surface of aluminum with pattern rollers and stencils. In later years, working on canvas and silkscreen printing, as Warhol had before him, Wool further reduced his material language to grapple with the increasingly complex visual landscape. As Pakesch notes, “it is a paradox that makes his work so fascinating.” Parallel with Wool, on the other side of the Atlantic, a new generation of painters reacted to the Neue Wilde, reviewing the use of media in painting in their own right. A decade later in the 1990s, Michel Majerus emerged from his tutelage under Joseph Kosuth and almost in an act of defiance, turned his attention to painting. He did so with sharp awareness and a playful handling of his historic predecessors in the medium, whom he quoted, paraphrased and responded to with irony and admiration in equal measure. Into this visual conversation, he brought computer games, nascent digital graphics, and the language of advertising. At home in his omnivorous world of visual sampling, he freely borrowed from his idol Christopher Wool, to make the painting with the letters “Cool Wool” (1992). The two artists would finally meet in 1993 in Berlin and the great friendship and creative exchange that followed over the next decade is the subject of the exhibition. Works on view cite the mutual influences they exerted on one another and their shared admiration for an artist who looms large over a generation wrestling with the meaning of images in a time of their unprecedented profusion. ***** Wir freuen uns, Sie über die von Peter Pakesch kuratierte Ausstellung Majerus, Wool, Warhol “Cold Beer” the “Smudge Tool” and Other Short Stories zu informieren. Die in enger Zusammenarbeit mit Christopher Wool (*1955) entwickelte Ausstellung setzt sein eigenes Schaffen mit Werken von Michel Majerus (1967–2002) in Beziehung. Diese Gegenüberstellung geschieht unter dem Aspekt der Auseinandersetzung beider Künstler mit ausgewählten Werken Andy Warhols (1928–1987), einige davon werden ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein. Anderer Maler Werke säumen die Wege aller Maler, ein jedes Bild baut auf den Bildern anderer auf. Alles Neue ist erst verständlich und macht erst Sinn vor dem bereits Gesehenen, ist eine laufende Korrektur des Bestehenden. Die Kunst der Gegenwart und der Moderne wird und wurde so von tiefgreifenden Veränderungen getrieben. Wichtige Beschleuniger dieser geänderten Visualität waren die technischen Bildmedien Fotografie und Film. Hinzu kam die Vervielfachung der Distribution in der modernen Mediengesellschaft, die mit dem Entstehen des virtuellen Raumes noch eine erhebliche Steigerung erfuhr. Seit den 1980er Jahren rückte dabei Andy Warhol wie kaum ein anderer in den Fokus einer jüngeren Generation. Er verstand es in besonderer Weise, die Kluft zwischen der affirmativen Bilderwut der Pop Art mit den kritischen Positionen konzeptioneller Kunst zu verbinden. Zwischen Brillo Boxes, Flowers und Disaster Paintings wusste er bereits, weit vorausblickend, wie wir im Weiteren mit Bildern in medialen Räumen umgehen würden. Vor diesem Hintergrund entwickelte Christopher Wool sein Werk in einer Umgebung, die sich intensiv mit Medien auseinandersetzte, in der Film, Musik und Fotografie eine starke Rolle spielten, in der über die mediale Funktion von Objekten nachgedacht wurde. Wichtig war dabei die Materialität der Bilder, wie sie durch einfache mechanische Verfahren gefertigt werden und trotzdem zu fundamentalen Aussagen über den Gebrauch neuester Medien taugen: Lack auf Aluminium mit Musterwalzen und Schablonen aufgebracht. Später, als Wool wieder verstärkt auf Leinwand arbeitete, wurde der Siebdruck – wie bei Warhol – ein bevorzugtes Medium. In dieser Reduktion der Mittel konnte sich Wool zunehmend der immer komplexer werdenden Formen und Inhalten der elektronischen Medien annähern, ein Paradoxon, das sein Werk so faszinierend macht. Zeitgleich mit Wool lösten sich auf der anderen Seite des Atlantik einige Maler aus dem Kontext der Neuen Wilden heraus, die sich ebenso intensiv mit dem Gebrauch der Medien im Verhältnis zur Malerei auseinandersetzten. So lag eine Dekade später in den 1990er Jahren vor jungen Künstlern wie Michel Majerus ein großes Spannungsfeld, das bearbeitet werden musste. Als Schüler des gegenüber der Malerei zum Dogmatismus neigenden Konzeptkünstlers Joseph Kosuth wandte Majerus sich bewusst und voller Überzeugung der Malerei zu. Er tat dies in vollem Bewusstsein und im spielerischen Umgang mit historischen Größen, die er mit viel Ironie und Bewunderung zitierte, paraphrasierte und bereits in eine Welt von Bildern einbaute, die der Welt von Computerspielen, den neuen digitalen Medien und der Werbung näher war, als der klassischen oder modernen Malerei. Eine frühe Referenz in dieser Welt war Majerus‘ Bild mit dem Schriftzug „Cool Wool“ von 1992. Damals kannte der jüngere Künstler sein Idol Christopher Wool noch nicht persönlich. Er fühlte sich aber in der großen Familie der verwandten Künstler bereits so zu Hause, als wäre er Teilnehmer eines virtuellen Spieles und reihte sich bei den Akteuren einer älteren Generation ein. Die erste Begegnung zwischen Wool und Majerus fand schließlich 1993 in Berlin statt. In der Folge entstand zwischen den beiden Künstlern ein intensiver Austausch. Darüber soll die Ausstellung anhand von Schlüsselwerken berichten.

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