Tiergarten, Berlin
Group Exhibition
Symbolic Exchange
HeidiRaina Hamner Brianna Leatherbury Sabina Maria van der Linden Sturtevant [Please scroll down for German version / Für Deutsch bitte scrollen Sie nach unten] Inspired by Baudrillard’s seminal work Symbolic Exchange and Death (1976), this exhibition explores the concept of exchange as a powerful catalyst for evolution, transformation, and transcendence. The "symbolic exchanges" presented here celebrate the poetic interaction of creative and cultural practices, offering compelling alternatives to traditional paradigms of production and transaction. Raina Hamner’s drawings offer a glimpse into a rich inner universe, capturing the animistic qualities of the world around her. Over time, her artistic style has become uniquely her own, bringing dream- like figures to life. Each artwork opens a gateway to hidden realms, revealing intricate layers of emotion and thought. For more than fifteen years, Hamner has exchanged drawings for therapy sessions. After her analysis concluded, her therapist—recognizing the significance of what Hamner had achieved—returned most of these works on paper. This collection of more than two hundred ‘drawings in exchange for therapy’ now forms a substantial body of work. Brianna Leatherbury's ongoing series involves transforming borrowed objects into copper plates, which she then returns to their original owners. Her diffuse sculptures engage sensuously with the theme of transactions, delving into the material impact of economic forces that are intertwined with objects, spaces, and interactions. Sabina Maria van der Linden, a significant figure in Berlin’s art scene, is a Dutch artist whose work spans from the late 1990s to the present. Her diverse creations include screens, calligraphic forms, prints, and costumes. Van der Linden produced a series of digitally altered images of herself alongside Naomi Campbell and other well-known figures, or in intimate settings with male artists. These works explore themes of fetishism, celebrity worship, advertising, fashion, superficiality, and vintage pornography. Through meticulously staged and manipulated personas, van der Linden examines society’s extreme obsessions with perfect beauty, eternal youth, total control, and perfection, prompting the audience to confront these cultural fixations. The American artist Sturtevant is well-known for her unique practice of recreating other artists’ works from memory. While her reproductions are visually similar to the originals, they are not mere copies. Her reinterpretations of pieces by contemporaries such as Jasper Johns, Roy Lichtenstein, and Andy Warhol, as well as iconic figures like Marcel Duchamp and Joseph Beuys, explore complex issues related to authorship, authenticity, and originality. The subtle variations between her versions and the originals invite viewers to look beyond the visual similarities and engage in deeper conceptual contemplation. As Warhol famously remarked when asked about his creative process: "I don't know. Ask Elaine [Sturtevant]." ***** Inspiriert von Baudrillards bahnbrechendem Werk Der symbolische Tausch und der Tod (1976) erforscht diese Ausstellung das Konzept des Tausches als möglichen Katalysator für Evolution, Transformation und Transzendenz. Die hier präsentierten „symbolischen Tausche“ zelebrieren die poetische Interaktion kreativer und kultureller Praktiken und bieten anregende Alternativen zu traditionellen Denkarten der Produktion und Transaktion. Raina Hamners Zeichnungen bieten einen Einblick in ein reiches inneres Universum und fangen die animistischen Qualitäten der Welt um sie herum ein. Über die Zeit hat sich ihr künstlerischer Stil zu einem ganz eigenen entwickelt, der traumähnliche Figuren zum Leben erweckt. Jedes Kunstwerk öffnet ein Tor zu verborgenen Welten und zeigt verworrene Ebenen von Gefühlen und Gedanken auf. Seit mehr als fünfzehn Jahren tauscht Hamner Zeichnungen gegen Therapiesitzungen ein. Nachdem ihre Analyse abgeschlossen war, gab ihr Therapeut – die Bedeutung erkennend, was Hamner geleistet hat – die meisten dieser Arbeiten auf Papier zurück. Diese Sammlung von mehr als zweihundert „Zeichnungen im Tausch gegen Therapie“ bildet nun ein umfangreiches Werk. Brianna Leatherbury verwandelt in ihrer fortlaufenden Serie geliehene Objekte in Kupferplatten, die sie anschließend an ihre ursprünglichen Besitzer*innen zurückgibt. Ihre diffusen Skulpturen beschäftigen sich auf sinnliche Weise mit dem Thema der Transaktionen und erforschen die materiellen Auswirkungen wirtschaftlicher Kräfte, die mit Objekten, Räumen und Interaktionen verwoben sind. Sabina Maria van der Linden, eine wichtige Figur in der Berliner Kunstszene, ist eine niederländische Künstlerin, deren Werk sich von den späten 1990er Jahren bis heute erstreckt. Zu ihren vielfältigen Kreationen gehören Leinwände, kalligrafische Formen, Drucke und Kostüme. Van der Linden produzierte eine Reihe digital bearbeiteter Bilder von sich selbst an der Seite von Naomi Campbell und anderen bekannten Persönlichkeiten oder in intimen Situationen mit männlichen Künstlern. Diese Arbeiten befassen sich mit Themen wie Fetischismus, Promi-Verehrung, Werbung, Mode, Oberflächlichkeit und Vintage- Pornografie. Anhand von akribisch inszenierten und manipulierten Personas untersucht van der Linden die extreme Besessenheit der Gesellschaft von perfekter Schönheit, ewiger Jugend, totaler Kontrolle und Perfektion und fordert das Publikum auf, sich mit diesen kulturellen Fixierungen auseinanderzusetzen. Die amerikanische Künstlerin Sturtevant ist bekannt für ihre einzigartige Praxis, die Werke anderer Künstler*innen aus dem Gedächtnis nachzubilden. Ihre Reproduktionen ähneln zwar optisch den Originalen, sind aber keine bloßen Kopien. Ihre Neuinterpretationen von Werken von Zeitgenossen wie Jasper Johns, Roy Lichtenstein und Andy Warhol sowie von ikonischen Persönlichkeiten wie Marcel Duchamp und Joseph Beuys erforschen komplexe Fragen in Bezug auf Urheberschaft, Authentizität und Originalität. Die subtilen Unterschiede zwischen ihren Versionen und den Originalen laden den Betrachter*innen dazu ein, über die visuellen Ähnlichkeiten hinauszuschauen und sich auf eine tiefere konzeptionelle Betrachtung einzulassen. Wie Warhol bekannterweise bemerkte, als er über seinen kreativen Prozess befragt wurde: „Ich weiß es nicht. Fragen Sie Elaine [Sturtevant]“.
