Kreuzberg, Berlin
Jerónimo Rüedi
And Between Us Occurs the Following Conversation
Nordenhake[Please scroll down for German version / Für Deutsch bitte scrollen Sie nach unten] Jerónimo Rüedi's works reject representational maneuvers and transcend categories. His is a notably different approach from the current landscape of figurative painting, one of immediate interpretation and, at times, literal narratives. In his unique artistic process — rooted in a sophisticated conceptual basis developed over decades — Rüedi progressively moves away from figuration as a form of mediation with the world, to generate paintings and encaustics that emphasize presence over image. Rüedi paints against the grain of what is immediately identified as painting and considers the medium as the language itself. The painting's frail traces, like condensed scribbles on notepads, are like records of truncated acts, pointless journeys, and fleeting thoughts that come across during the artist's creative grapple with the empty surfaces of his canvases. Rüedi, interested in both the craftsmanship of making and the reception of his work, has developed unorthodox methods that captivate the viewer's gaze and body. He elaborates seemingly deep surfaces to compose a cosmology — or a language — that rejects artifices from Euclidian representation, vanishing lines, and perspective. His atemporal oeuvre, committed to contemporaneity, resonates with abstract artists such as Hilma af Klint, Wassily Kandinsky and Cy Twombly; while nodding to Chinese handscroll painting, cave paintings, and the baroque Chiaroscuro; and incorporates interests sprung from science, syntax, literature, and Zen spirituality. Originally trained as a sculptor, Rüedi primes his canvases and prepares his paints from the very beginning using raw materials, like resins, beeswax, pigments, binders; each artistic object emerging from a meticulous time-based process. Its elements, arranged in a balance, are reminiscent of Norman McLaren's (1933-1984) animated drawings on celluloid. Behind the random shapes floating like bioluminescent organisms, lies a controlled gesture that aims to escape order and predictability. Jerónimo Rüedi moves within ambiguity: his opaque paintings confound the senses as if they were backlit with the ability to emit a light that is nothing but phantasmagoric. In the same manner as his works, the exhibition title And Between us Occurs the Following Conversation leaves us with more inquiries than certainties. It echoes the incomplete nature of the absurd and failed message from these beings-paintings more akin to atonal music than to image. Their atmospheric sensuousness that reaches beyond the visible is the enigma that makes us go back to Jerónimo Rüedi's works repeatedly, seeking answers that return to the works as fragmented questions. ***** Jerónimo Rüedis Arbeiten verweigern sich den üblichen bildnerischen Prozessen und gegenständlichen Kategorien. Inmitten figurativer Tendenzen ist sein Ansatz merklich anders, geprägt von unmittelbarer Interpretation und buchstäblicher Narration. In seinem einzigartigen malerischen Prozess – begründet auf einer durchdachten konzeptuellen Grundlage, die über Jahrzehnte weiterentwickelt wurde – bewegt er sich schrittweise von der Figuration als Form der Vermittlung weg, um Malereien und Enkaustiken zu schaffen, die eher in Präsenz als in Bildhaftigkeit Ausdruck finden. Rüedi malt gegen den Strich dessen, was man sofort als Malerei identifiziert, und betrachtet das Medium selbst als Sprache. Ihre zarten Spuren, wie verdichtete Kritzeleien auf Notizblöcken, sind Aufzeichnungen abgebrochener Handlungen, sinnloser Reisen und flüchtiger Gedanken. Sie zeugen von der kreativen Auseinandersetzung des Künstlers mit den leeren Oberflächen seiner Leinwände. Rüedi, der sich sowohl für das Handwerk der Produktion als auch für die Rezeption seiner Werke interessiert, hat unorthodoxe Methoden entwickelt, die den Blick und Körper der Betrachtenden einnehmen. Die scheinbar tiefe Oberfläche seiner Leinwände ausarbeitend, schafft er eine Kosmologie – oder auch Sprache – die die Parameter der euklidischen Darstellung, der Fluchtlinien und Perspektive ablehnt. Sein zeitloses Werk, das dem Zeitgenössischen verschrieben ist, steht im Einklang mit Arbeiten abstrakter Künstler*innen wie Hilma af Klint, Wassily Kandinsky und Cy Twombly. Es verweist auf die chinesische Handrollenmalerei, die Höhlenmalerei und das barocke Chiaroscuro und bezieht Anteile aus Wissenschaft, Syntax, Literatur und Zen-Spiritualität. Ursprünglich als Bildhauer ausgebildet, grundiert Rüedi seine Leinwände und bereitet Malutensilien von Grund auf vor. Er benutzt dabei rohe Materialien wie Harze, Bienenwachs, Pigmente und Binder; jedes künstlerische Erzeugnis ist das Ergebnis eines sorgfältigen, zeitbasierten Prozesses. Seine Elemente, in einer diffusen Balance arrangiert, erinnern an Norman McLarens (1933–1984) animierte Zeichnungen auf Zelluloid. Hinter den willkürlichen Formen, die wie biolumineszierende Organismen schwebend erscheinen, liegt eine kontrollierte Geste, die versucht, sich Ordnung und Vorhersehbarkeit zu entziehen. Jerónimo Rüedi bewegt sich innerhalb von Ambiguität: Seine opaken Malereien irritieren die Sinne, als wären sie eine Hintergrundbeleuchtung mit dem Vermögen, selbst Licht auszustrahlen, was nichts anderes ist als eine Phantasmagorie. In Analogie zu dem Charakter seiner Arbeiten lässt uns der Ausstellungstitel And Between us Occurs the Following Conversation mit mehr Fragen als Gewissheiten zurück. Er spiegelt die unvollständige Natur des Absurden wider, die der fehlgeschlagenen Botschaft dieser Malereiwesen, die fast mehr atonaler Musik ähneln als dem Bild. Ihre atmosphärische Sinnlichkeit, die über das Sichtbare hinausgeht, ist das Enigma, das uns immer wieder zu Jerónimo Rüedis Arbeiten zurückkehren lässt, auf der Suche nach Antworten, die bruchstückhaft fragend wieder ans Werk herangetragen werden.
